Aktuelle medikamentöse Therapie-Prinzipien des SLE
Zeitschrift: Rheuma Plus > Ausgabe: 2025-4
Autoren: Prof. Dr. med. Johannes von Kempis
Zusammenfassung
Die Therapiemöglichkeiten des SLE haben sich in den letzten Jahren verbessert. Dazu haben die Grundlagenforschung, klinische und epidemiologische Studien weltweit beigetragen. Aktuelle internationale Empfehlungen und Richtlinien zeigen grosse Übereinstimmungen darin, wie der SLE behandelt werden sollte. Dabei spielt die Erkenntnis vieler Studien eine wichtige Rolle, dass bei einem grossen Prozentsatz der Patienten irreversibler Organschaden schon früh auftritt. Organschaden, Therapie-Toxizität, insbesondere durch Glukokortikoide, und die Krankheits-Aktivität stehen dabei in einem engen Zusammenhang. Daraus hat sich ein «treat to target» Therapie-Prinzip entwickelt, dass durch frühe, zielgerichtete Therapie, die die Krankheitsaktivität unterdrückt, diesen Organschaden aufhalten soll. Wichtige Therapieziele sind dabei entweder eine Remission oder zumindest eine niedrige Krankheitsaktivität. Besonders gute Hinweise aus klinischen Studien für eine signifikante Reduktion des Organschadens gibt es für die beiden Biologika Belimumab und Anifrolumab, sowie für Hydroxy-Chloroquin. Belimumab und Anifrolumab können laut EULAR-Empfehlungen von 2023 im individuellen Fall schon bei gering bis mässig aktivem SLE eingesetzt werden. Allgemeine Massnahmen, die unter anderem Komorbiditäten zum Ziel haben, sollten genauso berücksichtigt werden wie eine möglichst gute und individuelle Aufklärung der PatientenInnen. Viele neue Substanzen, die vollkommen unterschiedliche Wirkungsweisen haben, sind aktuell in verschiedenen Stadien der klinischen Entwicklung. Dazu könnte in Zukunft, wenn sich die ersten Daten bestätigen, für Therapie-resistente Fälle die CAR-T-Zell-Technologie kommen, die bisher vor allem eine tiefe B-Zell-Depletion zum Ziel hat.Über diesen Artikel
Titel: Aktuelle medikamentöse Therapie-Prinzipien des SLE
Publikationsdatum: 05.11.2025
Verlag: Springer Vienna
Autor*innen: Prof. Dr. med. Johannes von Kempis
DOI: https://doi.org/10.1007/s44332-025-00094-5
Zeitschrift: Rheuma Plus / Rheumatologie – Rhumatologie – Reumatologia – Rheumatology
Veröffentlicht in: Ausgabe: 2025-4
Print ISSN: 3004-9253
Elektronische ISSN: 3004-8931
