27.01.2026 | Originalien | Rheumatologie | Ausgabe: 2026–1
Mikrobiom, Ernährung und Rheuma
Zeitschrift: Rheuma Plus > Ausgabe: 2026–1
Autoren: Prof. Dr. rer. medic. Christina Heidt, Prof. Dr. med. Martin A. Kriegel
Zusammenfassung
Rheumatische Erkrankungen wie rheumatoide Arthritis (RA), Spondyloarthritis (SpA) und systemischer Lupus erythematodes (SLE) sind durch eine gestörte Immunregulation und persistierende Entzündungsprozesse gekennzeichnet, die eine fortschreitende Gewebeschädigung verursachen. Die Pathogenese dieser Erkrankungen ist multifaktoriell und resultiert aus einem komplexen Zusammenspiel genetischer Prädispositionen, umweltbedingter Einflüsse und immunologischer Dysregulationen. Zunehmende Evidenz weist auf die zentrale Bedeutung der intestinalen Mikrobiota und der Darmbarriere in der Krankheitsentstehung hin. Vor diesem Hintergrund rückt die Modulation der intestinalen Mikrobiota als potenzieller therapeutischer Ansatz verstärkt in den Fokus. Ernährungstherapeutische Strategien, insbesondere eine ballaststoffreiche Ernährung, könnten durch die Förderung kommensaler Bakterien sowie die gesteigerte Produktion kurzkettiger Fettsäuren (SCFAs) eine immunmodulatorische Wirkung entfalten. SCFAs, insbesondere Butyrat, stabilisieren die Integrität der Darmbarriere und wirken entzündungshemmend, indem sie regulatorische T‑Zellen (Tregs) induzieren und proinflammatorische Immunantworten dämpfen. Die gezielte Beeinflussung des Mikrobioms durch ernährungsmedizinische Interventionen ist deshalb eine vielversprechende Ergänzung zu etablierten Therapiekonzepten für rheumatische Erkrankungen.Über diesen Artikel
Titel: Mikrobiom, Ernährung und Rheuma
Publikationsdatum: 27.01.2026
Verlag: Springer Vienna
Autor*innen: Prof. Dr. rer. medic. Christina Heidt, Prof. Dr. med. Martin A. Kriegel
DOI: https://doi.org/10.1007/s44332-026-00108-w
Zeitschrift: Rheuma Plus / Rheumatologie – Rhumatologie – Reumatologia – Rheumatology
Veröffentlicht in: Ausgabe: 2026–1
Print ISSN: 3004–9253
Elektronische ISSN: 3004–8931
