24.11.2025 | Orthomolekulare Medizin | Gynäkologie | Ausgabe: 4/2025
Moderne Mayr-Medizin in der gynäkologischen Praxis
Prinzipien und physiologische Hintergründe
Zeitschrift: Journal für Gynäkologische Endokrinologie > Ausgabe: 4/2025
Autoren: Dr. Claas Hohmann
Zusammenfassung
Die moderne Mayr-Medizin (mMM) verbindet die bereits vor über 100 Jahren von Dr. F.X. Mayr erkannten Zusammenhänge zwischen Darmgesundheit und systemischen Körperfunktionen mit aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen der Mikrobiomforschung. Die physiologischen Grundlagen belegen, dass eine optimale Verdauung weit über das bloße Was und Wieviel der Nahrungsaufnahme hinausgeht und das Wie und Wann entscheidend für die Gesundheit sind. Die pathophysiologischen Mechanismen der intestinalen Autointoxikation und des Leaky-gut-Syndroms erklären, wie gestörte Verdauungsprozesse zu systemischen Entzündungen und hormonellen Dysbalancen führen. Für die gynäkologische Praxis eröffnet dies neue therapeutische Perspektiven, da die Darm-Hormon-Achse direkt reproduktive Funktionen, Zyklusregulation und klimakterische Beschwerden beeinflusst. Die Gynäkologie ist durch die unmittelbare anatomische Nähe im kleinen Becken, die bidirektionalen hormonellen Wechselwirkungen über das Estrobolom und die häufige Koinzidenz intestinaler und reproduktiver Störungen besonders prädestiniert für einen integrativen Ansatz. Die praktische Integration der Mayr-Medizin als ergänzende Therapie bietet kausale Behandlungsansätze bei PCOS, Endometriose, Fertilitätsstörungen und rezidivierenden Urogenitalinfekten. Dabei ersetzt sie nicht die konventionelle Gynäkologie, sondern erweitert diese um präventive und regenerative Aspekte. Zukünftige Forschung sollte sich auf kontrollierte klinische Studien zur Validierung der integrativen Ansätze konzentrieren. Besonders die Rolle des Estroboloms, die Effekte mikrobiombasierter Interventionen und die Entwicklung standardisierter Behandlungsprotokolle erfordern eine weitere wissenschaftliche Untersuchung. Die moderne Mayr-Medizin kann als ergänzender Ansatz zur konventionellen Gynäkologie betrachtet werden, der durch die Berücksichtigung der Darm-Hormon-Achse das therapeutische Spektrum erweitert und neue Wege für eine ganzheitliche Frauenheilkunde eröffnet.Über diesen Artikel
Titel: Moderne Mayr-Medizin in der gynäkologischen Praxis
Publikationsdatum: 24.11.2025
Verlag: Springer Vienna
Autor*innen: Dr. Claas Hohmann
DOI: https://doi.org/10.1007/s41975-025-00426-6
Zeitschrift: Journal für Gynäkologische Endokrinologie / Revue de Endocrinologie Gynécologique
Veröffentlicht in: Ausgabe: 4/2025
Print ISSN: 1995–6924
Elektronische ISSN: 2520–8500
