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10.10.2025 | Originalien | Urologie | Ausgabe: 2025–4
Open Access

Moderne Vorsorge beim Mann: Schnittstellen zwischen GrundversorgerInnen und FachärztInnen

Zeitschrift: Urologie in der Praxis > Ausgabe: 2025–4

Autoren: PD Dr. med. Chris­toph Würn­schim­mel, Simon Büti­ko­fer, Leu­trim Zahiti

Zusammenfassung

Prostatakrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Schweizer Männern. Die Früherkennung begann mit dem prostataspezifischen Antigen (PSA)-Test, der ab den 1990er-Jahren auch fürs Screening genutzt wurde. Studien (ERSPC, PLCO) lieferten widersprüchliche Ergebnisse, was zu kontroversen Empfehlungen führte. Heute gilt „shared decision making“: Männer werden über Nutzen und Risiken informiert. In der Schweiz gibt es kein nationales Screening, sondern opportunistisches Testen, das ungleichmässig und ohne Standards erfolgt. Die europäische Uninon prüft organisierte Programme; in Luzern läuft ein Pilotprojekt mit verschiedenen Testzugängen. Moderne Früherkennung kombiniert PSA-Wert mit Risikofaktoren und Magnetresonanztomographie (MRT); die digital-rektale Untersuchung wird zunehmend hinterfragt. Darmkrebs ist die dritthäufigste Krebserkrankung. Er entwickelt sich meist über Jahre aus Adenomen, was Früherkennung und Prävention möglich macht. In der Schweiz wird ab 50 J. empfohlen: alle 2 Jahre fäkaler immunochemischer Test (FIT) oder alle 10 Jahre Koloskopie. Seit Juli 2025 ist die Vorsorge bis 74 J. Kassenleistung. Kantonal organisierte Programme erhöhen die Zugänglichkeit, jedoch sind die Teilnahmeraten niedrig. Hausärzte spielen eine Schlüsselrolle und sollten FIT und Koloskopie ansprechen; ein risikoadaptiertes Vorgehen schont Ressourcen. „Aging male“/„late-onset hypogonadism“ beschreiben hormonelle, körperliche und psychische Veränderungen beim Mann ab ca. 45 J., v. a. durch sinkende Testosteronspiegel. Symptome reichen von Muskelschwund über Libidoverlust bis zu depressiven Verstimmungen. Die Diagnostik umfasst Anamnese, Untersuchung und Hormonbestimmungen. Erstlinienmassnahmen sind Gewichtsreduktion, Sport, Schlaf- und Stressmanagement; bei Bedarf Testosteronersatztherapie unter strenger Kontrolle. Hausärzte sind zentrale Anlaufstelle für Prävention, Diagnostik und Therapie.

Über diesen Artikel

Titel: Moderne Vorsorge beim Mann: Schnittstellen zwischen GrundversorgerInnen und FachärztInnen

Publikationsdatum: 10.10.2025

Verlag: Sprin­ger Vienna

Autor*innen: PD Dr. med. Chris­toph Würn­schim­mel, Simon Büti­ko­fer, Leu­trim Zahiti

DOI: https://doi.org/10.1007/s41973-025-00312-5

Zeitschrift: Urologie in der Praxis / Urologie en pratique

Veröffentlicht in: Ausgabe: 2025–4

Print ISSN: 2661–8737

Elektronische ISSN: 2661–8745

Hinweis des Verlags

Der Verlag bleibt in Hinblick auf geografische Zuordnungen und Gebietsbezeichnungen in veröffentlichten Karten und Institutsadressen neutral.