05.06.2025 | Urologie im Alter | Inkontinenz | Urologie | Ausgabe: 2025–2
Versorgung der Harninkontinenz im geriatrischen Setting: die Perspektive der Pflege
Zeitschrift: Urologie in der Praxis > Ausgabe: 2025–2
Autoren: Raffaela Inauen
Zusammenfassung
Die Harninkontinenz ist ein weit verbreitetes Phänomen, deren Prävalenz mit steigendem Alter zunimmt. Sie stellt eine erhebliche Belastung für die Betroffenen dar und hat einen negativen Einfluss auf die Lebensqualität. Ältere Menschen erhalten im Vergleich zu jüngeren Menschen seltener evidenzbasierte Behandlungen und suchen weniger oft medizinische Unterstützung. Eine Ungleichbehandlung von älteren Menschen kann dazu führen, dass diese nicht die gleichen Möglichkeiten zur Diagnostik und Behandlung einer Harninkontinenz erhalten. Psychosoziale und emotionale Aspekte können zu Vermeidungsverhalten seitens der Betroffenen führen, indem etwa versucht wird, das Problem eigenständig zu lösen. Die Harninkontinenz im geriatrischen Kontext hängt oft nicht direkt mit dem Urogenitaltrakt zusammen. Wichtige Risikofaktoren sind Polypharmazie, Einschränkungen der kognitiven und funktionellen Fähigkeiten sowie physiologische Altersveränderungen. In der Praxis gilt es, diese Risikofaktoren zu erkennen und Vermeidungsverhalten wahrzunehmen. Fachpersonen müssen verstehen, dass die klinische Beurteilung von gesellschaftlichen Normen beeinflusst wird und dass sich Krankheiten und gesundheitliche Probleme bei älteren Menschen anders äussern können als bei jüngeren Menschen. In Institutionen sollten die Pflegefachpersonen sensibilisiert und geschult werden, um die Anzeichen einer Harninkontinenz bei älteren Menschen erkennen und Massnahmen einleiten zu können. Eine gründliche Anamnese, eine vertrauensvolle Beziehung sowie die enge Zusammenarbeit und der kontinuierliche Informationsfluss zwischen den Fachpersonen sind entscheidend, um eine qualitativ hochstehende und integrative Betreuung zu gewährleisten. Der Einbezug einer Urologin oder eines Urologen in der Basisdiagnostik ist wichtig, um gemeinsam mit den Betroffenen ein sinnvolles Therapieziel festlegen zu können – auf dieses sollte auf keinen Fall aufgrund eines bereits hohen Alters verzichtet werden.Über diesen Artikel
Titel: Versorgung der Harninkontinenz im geriatrischen Setting: die Perspektive der Pflege
Publikationsdatum: 05.06.2025
Verlag: Springer Vienna
Autor*innen: Raffaela Inauen
DOI: https://doi.org/10.1007/s41973-025-00302-7
Zeitschrift: Urologie in der Praxis / Urologie en pratique
Veröffentlicht in: Ausgabe: 2025–2
Print ISSN: 2661–8737
Elektronische ISSN: 2661–8745
